Aktuelles

Das Johanneskolleg soll einen Neuanfang bekommen!

19.10.2017

Nach der Schließung des Johanneskollegs im Jahr 2015, soll in einem „Haus der Kulturen und Religionen“ in Zukunft wieder interkultureller und interreligiöser Wohnraum für deutsche und ausländische Studierende in München geschaffen werden. Das Johanneskolleg war zwischen 1963 und 2015 ein interkulturelles Zentrum in München-Schwabing. Studierende aus insgesamt 112 Nationen bei einem internationalen Anteil von 70 Prozent fanden dort in 52 Jahren ein Zuhause. Ob Christ, Moslem, Jude oder Hindu: Alle Religionen fühlten sich im Haus wohl.

Das Haus der Kulturen und Religionen führt das Konzept des Johanneskollegs fort und soll eine neue Anlaufstelle für den interkulturellen und interreligiösen Dialog bilden. Neben einem Wohnheim für 120 Studierende und Menschen in Ausbildung planen wir in Kooperation mit der LMU und Occurso e.V., Zusatzqualifikationen anzubieten und gemeinsam mit dem Münchner Lehrhaus der Religionen e.V. Fortbildungsveranstaltungen für Erwachsene durchzuführen. Optional könnte das Angebot auch um ein Café für Begegnungen und Apartments erweitert werden.

Das Kurzkonzept zu unserem Vorhaben findet Ihr hier: Kurzkonzept: Haus der Kulturen und Religionen

Weihnachtsgrüße

30.12.2015

Liebe JokoanerInnen, liebe Freunde des Johanneskollegs,

wir hoffen, dass Ihr schöne und besinnliche Weihnachtstage feiern konntet. Das Jahr 2015 neigt sich langsam dem Ende zu. Das Johanneskolleg als Studentenwohnheim ist seit bald drei Monaten Geschichte. Alle BewohnerInnen sind mittlerweile in anderen Häusern untergekommen. Auch unsere Jetzt-Gemeinschaft hat ein neues Wohnheim gefunden und leitet jetzt das Studienheim Maria Stern.

Zu Beginn des Jahres war noch nicht abzusehen, dass es so schnell mit dem Johanneskolleg zu Ende gehen würde. Die Entscheidung war in diözesanen Gremien freilich schon längst getroffen; nur die Bewohner wussten noch nichts davon und hofften, dass sie und noch viele weitere Generationen von Studierenden im Haus leben, lernen und lachen können.

Nachdem die Entscheidung am 21. April offiziell gemacht wurde, begann eine intensive und kräftezehrende Phase, in der die BewohnerInnen und UnterstützerInnen sich für den Erhalt des Studentenwohnheims einsetzten. Der Kampf ums Kolleg zeigte nochmal, wie besonders die Gemeinschaft in der Hiltenspergerstraße 84 war. Immer wieder werden Studentenwohnheime geschlossen. Das Johanneskolleg lag den Menschen aber so am Herzen, dass sie seine Schließung nicht hinnehmen wollten.

Es folgten Transparente am Haus, eine Unterschriftenaktion, Berichte in Presse, Radio und TV und Gespräche mit Diözese und Interessierten. Immer wieder wurde uns versichert, dass die Entscheidung nochmals überdacht werden würde, sollte sich deren Grundlage ändern. Doch 7.343 Unterschriften, die Stellungnahme eines renommierten Architekten zu Sanierungskosten und eine große Demonstration vor dem Palais des Kardinals schienen nicht genug zu sein- und das obwohl es weder eine Abriss- noch eine Baugenehmigung gab. Viele Beteiligten waren nicht nur enttäuscht von der Entscheidung das Kolleg zu schließen, sondern auch vom Umgang mit den BewohnerInnen. Der neue Besitzer schreckte auch vor mehrmaligen Lügen nicht zurück.

Immerhin wurden die Nachnutzungspläne teilweise korrigiert. Anstelle von teuren Wohnungen leben in einer Übergangszeit unbegleitete minderjährige Geflüchtete in dem Haus. Im kommenden Jahr soll allerdings der Abriss erfolgen.

Die Gemeinschaft des Johanneskollegs lebt an unterschiedlichen Stellen fort. Die JokoanerInnen versuchen, den Geist auch in andere Wohnheime zu tragen. Die BewohnerInnen treffen sich regelmäßig an verschiedenen Stellen. Die Jetzt-Gemeinschaft leitet wieder ein Wohnheim. Durch die öffentliche Aufmerksamkeit des Sommers wurden andere Institutionen auf uns aufmerksam und erkundigten sich nach dem Konzept.  Wir hoffen, dass wir die Gemeinschaft des Johanneskollegs multiplizieren und so das besondere Konzept zur Integration, Interkulturalität und Interreligiosität bewahren können.

Auch im kommenden Jahr wollen wir uns wieder mehrmals mit allen Ehemaligen treffen. Genaueres werden wir Euch sobald wie möglich mitteilen.

 

Einen guten Rutsch ins neue Jahr und ein glückliches und gesundes Jahr 2016!

Samuel

Für den Vorstand des Bündnis für das Johanneskollegs

 

Das Bündnis für das Johanneskolleg ist ein Zusammenschluss aus ehemaligen BewohnerInnen des Studentenwohnheims und Interessierten. Es wurde gegründet, um das internationale Studentenwohnheim Johanneskolleg vor der Schließung zu bewahren und setzt sich weiterhin für den Erhalt dessen besonderen Konzepts zur Integration, Interkulturalität und Interreligiosität ein. Mitgliedsanfragen bitte an presse@johanneskolleg.de senden.